Panel 3 - Überflutet von Bildern

Experten fordern Schulung für Kompetenz beim Umgang mit Bildern

Wien (OTS) - Um mit Hass- und Negativpostings umgehen zu können seien visuelle Kompetenz und bildnerische Erziehung zentral, sagte Peter BauerPeter Bauer, Abteilungsvorstand Fotografie und Multimedia an der Graphischen Bundes- Lehr- und Versuchsanstalt am 18. Journalistinnenkongress im Haus der Industrie in Wien. Der Zugang für Bürger und Bürgerinnen zu solchem Wissen müsse verstärkt geschaffen werden, um einen verantwortlichen Umgang mit Bildern gewährleisten zu können.

Anna Michalski vom St. Pöltner Privatradio Radio cr944 pflichtete ihm bei der Podiumsdiskussion „Überflutet von Bildern“ bei: Die Vermittlung der Medienkompetenz sei auch bildungspolitisch relevant.Anna Michalski Als Journalistin betonte Michalski die Wichtigkeit der Gatekeeper-Rolle der Medienschaffenden. Die journalistische Aufgabe, Bilder und Informationen zu sichten und einzuordnen, müsse ernst genommen werden: „Reißerische Ausdrücke hin oder her – man trägt als JournalistIn die Verantwortung für die Bilder, die man in den Köpfen der Hörerinnen und Hörer pflanzt.“

Pressefotografen gehe es heute meist nur darum, das eine, besonders charakteristische Foto zu machen. Regina AnzenbergerDie dahinterliegende Geschichte gerate dadurch ins Hintertreffen, meinte Regina Anzenberger von der Photoagentur Anzenberger. Das sei ein Problem, denn: „Die Wirkung eines einzelnen Bildes ist sehr stark“.

Das Denken in Bildern erleichtere das Erinnern an Zahlen, Fakten und Geschichten, sagte die Gedächtnisexpertin Luise M. Sommer. Es gehe darum, Bilder aktiv zu schaffen, so bunt und verrückt wieLuise Sommer möglich. Sommer begann mit der Frage: „Wie würden Sie einem achtjährigen Kind erklären, was Ihr Beruf ist und wie Sie mit Bildern arbeiten?“ Im Rahmen eines vor vollem Saal in der Folge durchgeführten Gedächtnisspiels gelang es ihr zu zeigen, wie man sich durch Erzählung in Bildern Fakten leichter merken kann.