Eröffnung des 18. Österreichischen Journalistinnenkongress

von Wahlsieg Donald Trumps überschattet!

 

Initiatorin Maria Rauch-Kallat: "Wir lassen uns nicht entmutigen" , IV-Präsident Kapsch: "Hochqualitativer, kritischer Journalismus ist wichtig"

Der Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl beschäftigte auch die Rednerinnen bei der Eröffnung des 18. Journalistinnenkongresses im Wiener Haus der Industrie: "Wir müssen für unsere Rechte kämpfen, lassen wir uns nicht entmutigen", sagte die Kongressinitiatorin Maria Rauch-Kallat.

Das diesjährge Motto der eintägigen Veranstaltung lautete "Hypes&Hoaxes" – Inszenierung und Glaubwürdigkeit. In den letzten 20 Jahren sei für Frauen im Journalismus sehr viel passiert, sagte Rauch-Kallat. Vor 20 Jahren habe es in den österreichischen Medien noch keine weibliche Führungsperson gegeben, heute würden Ressorts sowie ganze Redaktionen von Frauen geleitet.

Rauch-Kallat hat die Organisation des Kongresses seit Beginn über. "Es ist nicht schlimm zu stolpern, es ist wichtig aufzustehen, unsere Krone zu richten und weiter zu gehen", fasste sie ihre Erfahrungen zusammen.

Auch Ines Stilling, Sektionsleiterin für Frauenangelegenheiten und Gleichstellung, fand tröstende Worte. Auch wenn US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton die Wahl nicht für sich habe entscheiden können, sei festzustellen: "Frauen können in Politik und Medien durchaus an der Spitze stehen. Das sieht man am Beispiel der deutschen Kanzlerin Angela Merkel".

"Sagen Sie was sie denken, hinterfragen Sie. Journalismus kann von sozialen Medien nicht ersetzt werden. Es müssen Zusammenhänge hergestellt und Hintergründe aufgedeckt werden", forderte Stilling die über 150 Zuhörerinnen und Zuhörer auf.

Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender von REWE International erinnert daran, dass journalistische Wahrheit Zeit und intensive Recherche benötigten. Das dürfe man nicht vernachlässigen. "Die heutige Informationsflut tötet die Information. Das Vertrauen gegenüber Institutionen und Medien sinkt." "Endlich ist der Hausverstand Weiblich - Das ist nicht nur eine Werbekampagne - Das ist eine Bekennung zu Frauen in Unternehmen", meinte Hensel.

Der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, zeigte sich erfreut, dass der Kongress nun seit 18 Jahren im Haus der Industrie stattfindet. Sein Plädoyer: "Hochqualitativer, kritischer und sachorientierter Journalismus ist wichtig. Einer der keine Vorurteile bestätigt."